Dienstag, 10. März 2009

Frühling

Wer denkt nicht and das fröhliche Gezwitscher von Vögeln, früh am morgen, das durch die lautlose Dämmerung hallt. Es ist jedes Jahr neu eine unbeschreibliche Freude, die ich in meinem Herzen spüre, wenn ich früh am Morgen erwache und die Vögel sind bereits vor mir erwacht und zwitschern in den kahlen Büschen vor dem Haus. In ihrem Zwitschern spürt man eine kühle, süsse Klarheit, die das Herz erfreut und einen die Welt für einen Moment völlig vergessen lässt.

Es gibt eine Anekdote, in der es heisst, dass Gott drauf und dran war, seine eigene Schöpfung neu zu erschaffen, aber dann dachte er an die Vögel auf dieser Welt und liess alles beim Alten.

Ich habe das Glück, in einer Gegend zu wohnen, wo es nahezu 'normal' ist, einheimischen und fremdartigen Vögeln zu begegnen. Am morgen, wenn ich für einen Spaziergang aus dem Haus gehe, empfangen mich Schwärme von Krähen, die ich zugegebenerweise nicht so besonders mag. Und doch schaue ich ihnen zu, wenn sie auf den hohen, kahlen Bäumen Platz nehmen oder sich am Rande des Rapsfeldes ein Stelldichein geben.

Am Flussufer steht einfach so zum Zeitvertreib ein Kranich auf einem Stein. In der Morgensonne öffnet er seine Flügel weit und lässt sie von ihr trocknen. Nicht mehr und nicht weniger hat er im Sinn.

Es gefällt mir die Sorglosigkeit, mit der zwei Schwäne vorübersegeln, so als wäre die Welt nur da, um das Leben auf dem Wasser zu geniessen.

Schaue ich in den Himmel, sehe ich die Möwen, wie sie sich schreiend vom Wind treiben lassen, um dann Spalier auf dem Brückengeländer zu stehen. Komme ich ihnen zu nahe, fliegen sie der Reihe nach fort. Es scheint, als würde ich durch eine Allee von Vögeln, begleitet von Wind, Sonne und Wasser gehen. Ich sehne mich nach Ewigkeit.

Gehe ich den Berg weiter hoch, begegnen mir zwei Buzzarde, die auch bereits am frühen Morgen nach Futter suchen, indem sie nahe über den Feldern kreisen. Manchmal sehe ich aus der Ferne, wie sie sich auf etwas, das sich bewegt, herabstürzen. Als Mensch liebe ich alle Tiere, und doch muss ich akzeptieren, dass die Tierwelt, um überleben zu können, ein bischen anders funktioniert.

In Gedanken schrieb ich eine liebe Geschichte über eine friedliche Maus, die niemandem etwas zuleide tat, ausser dass sie hier und da mal ein Körnchen vom Felde naschte, und Vorrat für den Winter in ihren Bau schleppte.

Gerade heute habe ich ein schönes Video über die Seelenvögel angeschaut, die mein Lehrer Sri Chinmoy 1997 in Japan gezeichnet hat. Ich werde es wahrscheinlich mit meinem Kopf nie begreifen, dass er im Laufe mehrerer Jahre Millionen von Seelenvögeln gezeichnet hat, sowie ich auch wahrscheinlich ihre innere Bedeutung für die Menschheit nie verstehen werden kann. Und doch kann ich sie anschauen, ihre Einfachheit und Schönheit bewundern und Freude wie ein Kind an der Vielfalt der unterschiedlichen Vögel haben.


Gemälde oben: Pablo Picasso
Vogelzeichnung: Sri Chinmoy

Samstag, 3. Januar 2009

Abschied


Mit einem lachendem und einem weinenden Auge fliege ich heute wieder nach Hause. Ich weiss nicht, was es bedeutet, nach Hause zu fliegen. Es geht alles so schnell, und nach zwei Wochen, die ich im Annam Brahma mit amerikanischem Gemüse und Obst, Getreide, Gewürzen und Kräutern verbracht habe, fühle ich mich dort zu Hause - in Gottes Küche, die immer wieder Überraschungen für alle hat.

Ich staune immer wieder über die Grösse von allen Naturprodukten. Zwiebeln sind so gross wie Kinderköpfe, Avocados schauen aus wie Kürbisse und Tomaten wie Handgranaten (Entschuldigung). Hier scheint es, als hätte Gott alles gross gezaubert.

Es war eine süsse Neujahrsüberraschung, als ein grosser Karton mit Soya-Puddings, Reis-Desserts und Joghurts geliefert wurde. Man mag sich fragen, was ist Besonderes daran? Es war ein Geschenk von einem Mitschüler. Es ist so angenehm, das Gefühl zu haben, zu Hause zu sein, dort im Restaurant, wo alle aufeinander schauen, wie geliebte Familienmitglieder.

Es ist fast ein bischen mysterious, wie oft alle sagten, "Komm doch bald wieder." So Gott will, werde ich gerne bald wieder kommen für eine längere Zeit.

Aber es ist auch schön, wieder zu Hause zu sein - in den eigenen vier Wänden, wie man so sagt.


Gemälde: Heike Munser

Freitag, 2. Januar 2009

The New Year

Porträt: Sri Chinmoy


"On the eve of the New Year a new consciousness dawns on earth. God once again inspires each creature and each human being with new hope, new light, new peace and new joy.

God says, "As the New Year dawns, a new consciousness also dawns within you.
With this new consciousness run towards the destined goal."

We listen to God, to the dictates of our Inner Pilot and we run towards the ultimate Reality.

In this way the New Year energises us, encourages us and inspires us to run towards our ultimate Goal."

~ ~ ~

"Am Abend des neuen Jahres beginnt ein neues Bewusstsein auf der Erde. Gott inspiriert jede Kreatur und jedes menschliche Wesen mit neuer Hoffnung, neuem Licht, neuem Frieden und neuer Freude.

Gott sagt, "So wie ein neues Jahr beginnt, so beginnt auch ein neues Bewusstsein in uns. Mit diesem neuen Bewusstsein laufe zu deinem vorbestimmten Ziel."

Wir hören auf Gott, auf die Diktate unseres inneren Piloten und laufen zu unserer höchsten Wirklichkeit.

Auf diese Weise energetisiert uns das neue Jahr, ermutigt uns und inspiriert uns, auf unser höchstes Ziel zuzulaufen."

-Sri Chinmoy

Foto: Kedar Misani

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Ich weiss nichts


Ich schaute aus dem Fenster meines Zimmers und sah Menschen eilig hin und her laufen. Ich dachte bei mir, "Ich weiss nichts. Ich bin äusserlich wie innerlich nicht sehr erfolgreich."

Ein Witz fiel mir plötzlich ein. Ein Schüler schrieb unter seine Arbeit, "Ich weiss nichts, Gott weiss alles." Der Lehrer schrieb darunter, "Dir eine 5 Gott eine 1."

Ich dachte immer, es sei dumm, unwissend zu sein, aber eigentlich ist es keine Schande. Ich bin froh, nichts zu wissen. Ich hoffe, es ist klar, dass ich mich auf ein philosophisches Phenomen beziehe. Wer kennt nicht den berühmten Spruch: Je mehr ich weiss, desto weniger weiss ich.
Ramakrishna war Analphabet. Jedoch in der inneren Welt war er einer der grössten Meister, die jemals auf der Erde gelebt haben.

Ein neues Jahr beginnt und ich weiss nichts. Wunderbar. Ich wünsche mir für das neue Jahr, dass ich mehr und mehr lerne, auf meine innere Stimme zu hören. Gott gibt uns sicher eine 1 dafür.

Montag, 29. Dezember 2008

Klarheit und Vollkommenheit


Klarheit ist eine Eigenschaft, die ich sehr schätze. Ich erinnere mich, dass mir bereits in meiner frühen Jugendzeit die Vorstellung eines kühlen Steinkruges, der mit klarem Wasser gefüllt ist, inneren Frieden und äussere Zufriedenheit schenkte.

Klarheit ist es auch, was mich an die Musik des bekannten indischen Flötisten Hariprashad Chaurasia erinnert.
Denke ich an Vollkommenheit, sind es Blumen, die mich immer wieder faszinieren.

Ich habe kürzlich in einem bengalischem Wörterbuch die Bedeutung der Worte Klarheit und Vollkommenheit nachgeschlagen.

Klarheit - pariskar bhaba, spastata
Vollkommenheit - utakars ba sadhita utakars

Sonntag, 28. Dezember 2008

Seine Botschaft


My Lord,
I am in a hurry.
"What makes you hurry, my child?"
My Lord,
I want to send a thousand messages
To my friends.
"Would you kindly include My Message?"
Oh, my Lord!
Nothing gives me greater joy
Than to spread Your Message.
What is Your Message today?
"My child,
My Message is always the same-
Silence-Love-Light."

~~~
Mein Herr,
Ich bin in Eile.
"Warum bist du in Eile, mein Kind?"
Mein Herr,
Ich möchte tausende von Botschaften
An meine Freunde senden.
"Würdest du bitte Meine Botschaft mit senden?"
Oh, mein Herr!
Nichts gibt mir mehr Freude
Als Deine Botschaft zu verbreiten.
Wie lautet Deine Botschaft heute?
"Mein Kind,
Meine Botschaft ist immer die gleiche -
Schweigens-Liebes-Licht."

-Doris Cott

Samstag, 27. Dezember 2008

Im Herzen Gottes


Ich sitze jeden Tag am Aspiration-Ground und habe das Gefühl, mich im Herzen Gottes zu befinden. Gehe ich hinaus in die Welt, scheint alles so sinnlos. Ich habe es lange nicht so stark empfunden.

Wir wissen nicht, wer wir sind, woher wir kommen und wohin wir gehen. Ohne meinen Geliebten Herrn ist die Welt unerträglich.

"Above me the sky,
Below me the earth,
Inwardly a great nothingness-
A search for the Beloved unknown.
But I am lucky
I am sitting in the Heart of God."

~~~

"Über mir der Himmel,
Unter mir die Erde,
Innen ein grosses Nichts-
Eine Suche nach dem Unbekannten Geliebten.
Aber ich habe Glück
Ich sitze im Herzen Gottes."

-Doris Cott

Zeichnung: Sri Chinmoy