Wer denkt nicht and das fröhliche Gezwitscher von Vögeln, früh am morgen, das durch die lautlose Dämmerung hallt. Es ist jedes Jahr neu eine unbeschreibliche Freude, die ich in meinem Herzen spüre, wenn ich früh am Morgen erwache und die Vögel sind bereits vor mir erwacht und zwitschern in den kahlen Büschen vor dem Haus. In ihrem Zwitschern spürt man eine kühle, süsse Klarheit, die das Herz erfreut und einen die Welt für einen Moment völlig vergessen lässt.Es gibt eine Anekdote, in der es heisst, dass Gott drauf und dran war, seine eigene Schöpfung neu zu erschaffen, aber dann dachte er an die Vögel auf dieser Welt und liess alles beim Alten.
Ich habe das Glück, in einer Gegend zu wohnen, wo es nahezu 'normal' ist, einheimischen und fremdartigen Vögeln zu begegnen. Am morgen, wenn ich für einen Spaziergang aus dem Haus gehe, empfangen mich Schwärme von Krähen, die ich zugegebenerweise nicht so besonders mag. Und doch schaue ich ihnen zu, wenn sie auf den hohen, kahlen Bäumen Platz nehmen oder sich am Rande des Rapsfeldes ein Stelldichein geben.
Am Flussufer steht einfach so zum Zeitvertreib ein Kranich auf einem Stein. In der Morgensonne öffnet er seine Flügel weit und lässt sie von ihr trocknen. Nicht mehr und nicht weniger hat er im Sinn.
Es gefällt mir die Sorglosigkeit, mit der zwei Schwäne vorübersegeln, so als wäre die Welt nur da, um das Leben auf dem Wasser zu geniessen.
Schaue ich in den Himmel, sehe ich die Möwen, wie sie sich schreiend vom Wind treiben lassen, um dann Spalier auf dem Brückengeländer zu stehen. Komme ich ihnen zu nahe, fliegen sie der Reihe nach fort. Es scheint, als würde ich durch eine Allee von Vögeln, begleitet von Wind, Sonne und Wasser gehen. Ich sehne mich nach Ewigkeit.
Gehe ich den Berg weiter hoch, begegnen mir zwei Buzzarde, die auch bereits am frühen Morgen nach Futter suchen, indem sie nahe über den Feldern kreisen. Manchmal sehe ich aus der Ferne, wie sie sich auf etwas, das sich bewegt, herabstürzen. Als Mensch liebe ich alle Tiere, und doch muss ich akzeptieren, dass die Tierwelt, um überleben zu können, ein bischen anders funktioniert.
In Gedanken schrieb ich eine liebe Geschichte über eine friedliche Maus, die niemandem etwas zuleide tat, ausser dass sie hier und da mal ein Körnchen vom Felde naschte, und Vorrat für den Winter in ihren Bau schleppte.Gerade heute habe ich ein schönes Video über die Seelenvögel angeschaut, die mein Lehrer Sri Chinmoy 1997 in Japan gezeichnet hat. Ich werde es wahrscheinlich mit meinem Kopf nie begreifen, dass er im Laufe mehrerer Jahre Millionen von Seelenvögeln gezeichnet hat, sowie ich auch wahrscheinlich ihre innere Bedeutung für die Menschheit nie verstehen werden kann. Und doch kann ich sie anschauen, ihre Einfachheit und Schönheit bewundern und Freude wie ein Kind an der Vielfalt der unterschiedlichen Vögel haben.
Gemälde oben: Pablo Picasso
Vogelzeichnung: Sri Chinmoy






